Heute sind wir aus Taman Negara (malaiisch fuer “National Park”), dem aeltesten Waldgebiet der Erde zurueck gekommen. Wie berichtet sind wir dort am Montag hingefahren. Ausser der Hinfahrt hatten wir auch noch nix gebucht und wollten uns vor Ort nach Trekkingtouren und aehnlichem umschauen. Da wir nicht den Standardtouriquatsch wie Nachtsafari mit dem Jeep, Ureinwohnerdorf oder Wildwasserfahrt machen wollten, kam fuer uns eigentlich nur eine Trekkingtour in Frage. Dabei stellte sich allerdings als nachtteilig heraus, dass jeder nur 60 Euro dabei hatte (damit kann man in Malaysia eigentlich locker 2 Wochen lang leben, inkl. Hostel usw.) und eine 3-Tagestour knapp 55 Euro kostete. Zum Glueck konnten wir dann aushandeln, dass wir nur eine Anzahlung von 50 Euro machen und die Rueckfahrt auch erst nach Ankunft bezahlen muessen. Allerdings blieb uns dann nicht mehr viel zum leben und wir mussten den letzten Tag gestern mit 3 Euro ueber die Runden kommen, was aber dann kein grosses Problem war. Internetnutzung im Dschungel konnten wir uns aber dann nicht leisten
Zur Tour ging es dann am Dienstagmorgen. Insgesamt waren wir 9 Leute inklusive unserem Guide Helmi:

Helmi war echt cool und hat sich nicht nur auf das Standardblablabla “das ist der und der Baum” beschraenkt sondern auch ein paar lustige Anekdoten und Geschichen zum Besten gegeben.
Am ersten Tag sind wir zuerst mit dem Boot ca. 2 Stunden flussaufwaerts noch tiefer in den Dschungel reingefahren, um dann von dort aus eine ca. 8,5km lange Wanderung zu einer Hoehle zu machen, die unser Nachtquartier darstellte:


Trotz der ziemlich anstrengenden Wanderung konnten wir dann nur recht schlecht einschlafen. War ziemlich unbequem auf dem unebenenen Boden und undefinierbare Gerauesche von irgendwelchen Tieren machten es dann auch nicht gerade einfacher.
Am naechsten Morgen haben wir dann erstmal gefruehstueckt. So sieht uebrigens ein Dschungeltoaster aus:

Anschliessend sind wir dann zur Nachbarhoehle gewandert wo echt unzaehlige Fledermauese an der Decke hingen, waren echt mindestens 150-200. Hier ein paar davon:

Nach der Hoehle standen dann nochmal 9km Wanderung an. 17km innerhalb von nicht einmal 36 Stunden sind ja ohnehin schon anstrengend. Zusaetzlich nehme man dann noch ca. 90% Luftfeuchtigkeit sowie nur insgesamt 3 Liter Wasser fuer 2 Tage und das ganze wird fas unertraeglich. Irgendwie haben wir es dann aber doch wieder trotz Unwegsamkeiten wie
Blutekel am Fuss bei Tobias (How to remove a leech - Do it yourself)



Blutegel am Auge bei mir (war weniger schoen weil abbrennen nicht ging, aber Helmi hats irgendwie gerichtet, mein Auge sieht jetzt allerdings nicht ganz so gut aus, wird aber schon wieder werden)

und Schlamm:

zurueck zum Fluss geschafft:

Von dort gings dann zu einem sogenannten Versteck, das unser Quartier fuer die zweite Nacht sein sollte. Das Versteck war eine recht gerauemige Betonhuette, die ca. 3-4m ueber dem Boden auf Stelzen gebaut ist um vor Tigern, Elefanten und anderen wilden Tieren geschuetzt zu sein. Leider haben wir aber kein einziges Tier gesehen.
Am dritten und letzten Tag gings dann noch zur laengsten Haengebruecke der Welt, die am hoechsten Punkt 45m ueber dem Boden war. Allerdings kam das “laengste-Haengebruecke der Welt”-Feeling nicht ganz so rueber weil sie aus ca. 10 40-50m langen Abschnitten bestand, zwischen denen jeweils gesicherte Plattformen waren. Trotzdem ein ganz cooles Erlebnis:


Alles in allem war es ein ziemlich interessanter Trip, auch wenn ich zwischendurch dachte, ich wuerde gleich verdursten oder austrocken. Oder um es mit Schuhs Worten zu sagen: “Ich waess gar net wann ich es ledschde mol so Durst hott”