Bayern
Dass in Bayern die Uhren anders gehen sollen, habe ich schon aus vielen Mündern gehört. Festgemacht wird das an vielen Aspekten. Bei Stefan Niggemeier habe ich z.B. gerade eine nette Auflistung gefunden, bei welchen “Skandalen” sich der Bayerische Rundfunk aus dem ARD-Programm ausgeblendet hat:
1. Die Sendung der Lysistrata (1960): Der BR hatte gleich zwei Gründe, das Fernsehspiel von Fritz Kortner nach dem klassischen Original nicht zu zeigen: vordergründig eine Szene mit einer relativ nackten Romy Schneider, hintergründig die pazifistische Botschaft. Der BR klagte: „Die Verfechter einer Atomrüstung werden auf eine Weise karikiert, die einfach unfair ist.”
2. Das Bohrloch – oder: Bayern ist nicht Texas (1968): In der Satire auf einen Ölrausch in „Unterdeixelham” sah der BR eine „Verächtlichmachung bayerischer Lebensart” und zeigte stattdessen Lottchens Geburtstag.
3. Zoom (1971): Das Jugendmagazin des Südwestfunks behandelte das Thema „Anarchie” und warnte vor Autoritätshörigkeit und dem Vietnam-Krieg – der BR fand das Magazin selbst „halb-anarchistisch”, erreichte erst eine Verschiebung der Folge – und blendete sich aus, als sie schließlich gezeigt wurde.
4. Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1973): Anstelle von Rosa von Praunheims filmischer Aufforderung an die Schwulen, für ihre Rechte zu kämpfen, zeigte der BR sicherheitshalber lieber das finnische Rennfahrer-Drama „Benzin im Blut”.
5. Die Konsequenz (1977): Wolfgang Petersens um Toleranz werbender Film über die Liebe zwischen einem Mann und einem Jugendlichen hatte das Prädikat „wertvoll” bekommen. Die ARD strahlte ihn trotzdem nur gekürzt aus – doch selbst diese Fassung wollte der BR nicht zeigen, angeblich aus Sorge um die Homosexuellen: Der Film könne bei Heterosexuellen „Vorurteile gegen eine Minderheit” fördern, und bei „Homophilen” werde „das Gefühl der Isoliertheit und Ausweglosigkeit noch vergrößert”.
6. Scheibenwischer (1986): Der BR blendete sich im laufenden Programm aus der Folge „Der verstrahlte Großvater” aus, in der Dieter Hildebrandt nach der Tschernobyl-Katastrophe unter anderem dazu aufforderte, den Papst zu dekontaminieren. Neben dem Papst würden auch die Bundeswehr und die Bundesrepublik insgesamt beleidigt, hieß es. Ein Mitschnitt der Folge, den die Münchner „Abendzeitung” unters ausgeschlossene Volk brachte, fand reißenden Absatz.
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02. Dezember 2008 , 12:06h
Bonjour,
is there a way (cd, dvd, site) to see Die Sendung der Lysistrata (1960)… Il study the Romy Schneider filmography here in France and some of the materials are unknown here…
Thanks
04. Dezember 2008 , 12:44h
I’ve got no idea, sorry